Vereinschronik

Dass es bereits vor 1946 in Scharenstetten eine Fussballmannschaft gab, die Freundschaftsspiele gegen Nachbarverein austrug, lässt sich aus einem Protokolauszug des TV Merklingen von 1923 ersehen. Ob es sich damals um einen vereinsähnlichen Zusammenschluß handelte, kann heute leider nicht mehr festgestellt werden.

Nun zur Vereinsgeschichte des Sportverein Scharenstetten ab 1946:

Im Frühjahr 1946 begannen sich in Scharenstetten und auch in Temmenhausen fußballbegeisterte Männer jeweils zu einer Mannschaft zu formieren. Im Frühsommer 1946 wurden u.a. zwei Freundschaftsspiele gegeneinander ausgetragen. Unmittelbar im Anschluß an das zweite Spiel wurde gemeinsam beschlossen, dass künftig Scharenstetten und Temmenhausen eine Mannschaft bilden. Schon damals wurde klar, dass aufgrund der Größe der Gemeinden eine gemeinsame Mannschaft sinnvoll ist.

Bei einer gemeinsamen Gündungsversammlung im Sommer 1946 im Gasthaus "Löwen" in Scharenstetten wurde der Sportverein Scharenstetten-Temmenhausen ins Leben gerufen.

Zum Vorstand des Vereins wurde Nikolaus Huhn gewählt. Ab dem Spieljahr 1946/47 nahm eine Mannschaft am Spielbetrieb der damaligen B-Klasse teil. Gespielt wurde damals auf dem Sportplatz am Jägerhaus.

1948 wurde der Spielbetrieb für ca. 2 Jahre nach Temmenhausen (heutiges Wohngebiet "Im Kränzle") verlegt. Grund hierfür war u.a. die große Entfernung zum Sportplatz am Jägerhaus. In der Spielzeit 1948/49 errang die 1. Mannschaft erstmals die Meisterschaft der B-Klasse.

In der Saison 1949/50 nahm aufgrund Spielermangels keine Mannschaft am Punktspielbetrieb teil. Einige Spieler, vor allem die aus Temmenhausen, wechselten zum TSV Bermaringen. Diese Abwanderung der Spieler aus Temmenhausen könnte mit ein Grund dafür sein, dass das Wort "Temmenhausen" im Vereinsnamen heute nicht mehr vorkommt.

In den Jahren 1952-1955 wurde der heutige "alte Sportplatz" in Eigenleistung angelegt. Forciert wurde der Bau vom damaligen Scharenstetter Bürgermeister Johannes Hof, der zu der Zeit die Gemeinde von der Notwendigkeit eines Sportplatzes überzeugte.

Die Saison 1955/56 beendete die 1. Mannschaft als Tabellendritter der C-Klasse, da aber der SV Wippingen als Vizemeister auf die Teilnahme an der Aufstiegsrunde verzichtete, spielte unsere Mannschaft gegen Lonsee, Schnürpflingen und Ingstetten in Hin- und Rückspielen um den Aufstieg. Am 8. Juli 1956 sicherte sich unsere Mannschaft mit einem 5:1 Erfolg in Lonsee den überraschenden Aufstieg in die B-Klasse.

Nach anderthalbjähriger Bauzeit konnte am 2. Juni 1957 die Fertigstellung und Einweihung der Sporthütte am heutigen "alten Sportplatz" gefeiert werden.

Im Jahr 1958 errang mit der A-Jugend erstmals eine Jugendmannschaft des Sportvereins Scharenstetten einen Meistertitel.

Am 16. Mai 1959 erfolgte die Eintragung des Sportvereins Scharenstetten in das Vereinsregister beim Amtsgericht Ulm.

1960 hatte der Verein mittlerweile 98 Mitglieder, und es wurde begonnen, einen Ballfang sowie die Flutlichtanlage zu erstellen.

Am Ende der Saison 1960/61 konnte der Abstieg in die C-Klasse nur durch die außerordentliche Satzungskenntnis des damaligen 1. Vorstandes Gerhard Weber verhindert werden. Des weiteren war 1961 der Kassenstand derart prekär, dass sämtliche Ausschußmitglieder zur Zahlung von 20 DM aufgefordert werden mussten, um wenigstens die Verbandsabgabe von ca. 350 DM bezahlen zu können.

Im März 1963 wurde in Temmenhausen im "Steinberg" ein Ausweichplatz angelegt, da der Sportplatz in Scharensteten erweitert werden sollte. Der Platz im "Steinberg" wurde von Karl Erb (Kronenwirt) gepachtet. Im Sommer 1965 wurde de Scharenstetter Sportplatz im Rahmen eines Sportfestes wieder eröffnet.

Nachdem bisher immer das Gasthaus "Louml;wen" Vereinslokal war, wurde bei der Hauptversammlung 1966 das Gasthaus "Rad" zum neuen Vereinslokal bestimmt.

In der Saison 1967/68 wurde die 1. Mannschaft Meister der B-Klasse/Alb und schaffte damit zum erstenmal den Aufstieg in die damalige A-Klasse (heute Bezirksliga). Nach nur einer Spielzeit in der A-Klasse musste unsere Mannschaft leider wieder absteigen.

1970 errang die 2. Mannschaft in einem Entscheidungsspiel gegen den TSV Altheim/Alb den Meistertitel.

Von 10.7. - 12.7.71 feierte der SV Scharenstetten in einem großen Zeltfest sein 25jähriges Bestehen.

Am 17. u. 18. Juni 1972 fand das erste Internationale A-Jugendturnier in Scharenstetten statt, wobei Abendveranstaltungen und Siegerehrung noch im kleinen Kreis im Schützenhaus gefeiert wurden. Der 1. Turniersieger war die Mannschaft der SF Dornstadt. Die Idee zu einer mittlerweile zur Tradition gewordenen Veranstaltung war geboren. Weiter wurde 1972 der allgemeine Spielbetrieb wiederrum nach Temmenhausen verlegt ("Sportplatz auf dem Berg") um Ausbauarbeiten am Platz in Scharenstetten durchführen zu können, so dass der Platz endlich eine zuschussfähige Größe erreicht.

1973 werden die C-Jugend und die B-Jugend jeweils Staffelmeister und das Internationale Pfingstturnier wurde erstmals über die Pfingstfeiertage ausgetragen.

Nach Abschluss der Saison 1973/74 belegte die 1. Mannschaft den zweitletzten Tabellenplatz und wäre eigentlich sportlich abgestiegen, wenn nicht der SV Arnegg als C-Klassenmeister, auf seinen Antrag, in die Donaustaffel neu eingruppiert worden wäre.

Ein Jahr nach dem "Fastabstieg" schaffte unsere 1. Mannschaft überraschenderweise die Vizemeisterschaft und wurde Turniersieger beim erstmals ausgetragenen Gemeindepokalturnier in Bollingen.

1976 wiederholte die 1. Mannschaft diesen Turniererfolg beim Gemeindepokalturnier in Scharenstetten.

In der Saison 1976/77 errang die C-Jugend die Staffelmeisterschaft.

1979 wurde die 1. Mannschaft des SV Scharenstetten Meister der Kreisliga A/Alb und stieg in die Bezirksliga auf. Im selben Jahr gewann de SV Scharenstetten zum dritten Mal das Gemeindepokalturnier und durfte deshalb den 1. Wanderpokal der Gemeinde Dornstadt endgültig in Besitz nehmen.

Weiter nahm 1979 eine Mädchenmannschaft den Trainings- und Spielbetrieb auf, dieser musste aber bereits 1983 wegen "Spielerinnenmangels" wieder eingestellt werden.

Am 9. und 10. August 1980 erfolgte nach längerer Planungs- und Bauzeit die Einweihung eines neuen Sportplatzes unterhalb des alten Platzes in Scharenstetten. Ermöglicht wurde der Bau vor allem durch den beispielhaften Einsatz von freiwilligen Helfern, die den Platz inklusive Ballfang in ca. 1450 Arbeitsstunden fertiggestellt haben. Anläßlich der Einweihungsfeierlichkeiten bestritt unsere Mannschaft ein Werbespiel gegen den damaligen Amateuroberligisten SV Göppingen. Dieses Spiel lockte damals über 800 Zuschauer zum neuen Sportplatz. Das Spiel endete 8:3 für Göppingen.

1981 hatte der Sportverein 298 Mitglieder und die 1. Mannschaft gewann erneut das Gemeindepokalturnier, damit hat sie von den bisher ausgetragenen 6 Turnieren insgesamt 5 gewonnen.

Das 11. Internationale A-Jugend Pfingsturnier 1982 wurde überschattet von dem Überfall einer Rockergruppe, diese störten den Verlauf der Tanzveranstaltung am Samstagabend im Festzelt empfindlich. Bei den Ausschreitungen wurden insgesamt 18 Personen verletzt.

Nach vierjähriger Zugehörigkeit zur Bezirksliga musste unsere Mannschaft am Ende der Saison 1982/83 den Weg zurück in die Kreisliga A antreten. Trotzdem können diese Bezirksligajahre für einen Verein unserer Größe als großer sportlicher Erfolg angesehen werden. Im April 1983 begannen nach längerer Planungsphase die Bauarbeiten an den Vereinsheimen von Sportverein und Musikverein.

In den Spielzeiten 1983/84 und 1984/85 holte die 2. Mannschaft jeweils den Meistertitel.

Nach nur zweijähriger Bauzeit konnten im Mai 1985 der Sportverein und der Musikverein einen gelungenen Vereinsheimneubau einweihen. Die Nutzfläche des Sportheims beträgt 550 qm (Musikverein 190 qm). Beide Vereinsheime wurden unter der Bauleitung von Georg Scheiffele (Sportverein) und Ernst Schmid (Musikverein) mit enormen Eigenleistungen der Mitglieder erstellt. Beim Sportverein wurden 14500 Arbeitsstunden durch freiwillige Helfer erbracht (Musikverein 7000 Stunden). Der Clou der beiden aneinander gebauten Vereinsheime besteht darin, dass durch eine flexible Trennwand von beiden Seiten ein großer Veranstaltungsraum geschaffen werden kann. Beide Verein können noch heute auf das damals Geleistete stolz sein. Bereits vor der offiziellen Einweihung wurde im März 1985 beim Sportverein beschlossen, eine Turnabteilung neu zu gründen um somit das Sportangebot des Vereins zu vergrößern.

Am 13. Februar 1986 nahm die Turnabteilung den Übungsbetrieb auf. Federführend in dieser neuen Abteilung sind Anita Koch und Ruth Hummel. Angeboten werden seither Kinderturnen in verschiedenen Altergruppen und Frauenturnen. Dass diese neue Abteilung damals bereits großen Anklang gefunden hat, lässt sich leicht an den Mitgliederzahlen ablesen: 1985 314 Mitglieder, 1986 382 Mitglieder. Anlässlich des 15. Internationalen Pfingstturniers feierte der SV Scharenstetten 1986 sein 40jähriges Vereinjubiläum.

Nach sieben Jahren ohne Turniersieg beim Gemeindepokalturnier gewinnt der SV Scharenstetten 1989 erstmals wieder das Turnier und durfte nun auch den 2. Wanderpokal der Gemeinde Dornstadt endgültig in Besitz nehmen.

1991 hatte der Sportverein 428 Mitglieder. Im Sommer 1991 konnten nach zweijähriger Bauzeit die Umbauarbeiten an der Sporthütte abgeschlossen werden. Das Gebäude wurde vergrößert um u.a. die Bewirtungsmöglichkeit beim alljährlichen Pfingstturnier zu verbessern. Zudem wurde der Zugang zum Sportplatz sowie einige Meter Stehränge mit Pflastersteinen befestigt.

Bei der Diskussion um die Finanzierung der Pflegeversicherung im Jahr 1994 wurde in Baden-Württemberg die Streichung des Pfingstmontags als gesetzlicher Feiertag immer konkreter, was auch dem Sportverein Scharenstetten wegen seiner Traditionsveranstaltung "Pfingstturnier" enorme Sorgen bereitete. Aus diesem Anlass wurde vom Sportverein eine Unterschriftensammlung gegen die Streichung dieses Feiertags durchgeführt. Wie bekannt ist, kam es dann, auch weil andere Verbände und Verein massiv gegen die Streichung angingen, nicht dazu. Das Pfingstturnier 1994 fand in seinem gewohnten und erfolgreichen Rahmen statt.

Nach Ende der Spielzeit 1994/95 musste unsere Mannschaft nach fast 40 Jahren wieder in die Niederungen der Kreisliga B absteigen. Nachdem es in den vergangenen 3 Jahren jeweils durch eine Aufholjagd in der Rückrunde gelungen war, den Abstieg noch zu verhindern, gab es diesmal kein Entrinnen mehr. Nach Beendigung der Vorrunde der Saison 1995/96 in der neuen Spielklasse scheint der sofortige Wiederaufstieg durchaus möglich.

Im Jubiläumsjahr hat der SV Scharenstetten über 500 Mitglieder. Um dieser großen Anzahl von Mitgliedern die Ausübung von sportlichen Aktivitäten zu ermöglichen, ist eine Vielzahl von Übungsleitern, Betreuern und Funktionären erforderlich, die ihrerseits unzählige, unentgeltliche Stunden ihrer Freizeit dem Verein zur Verfügung stellen. Es bleibt nur zu hoffen, dass, wie in der Vergangenheit, es auch in Zukunft an ehrenamtlich tätigen Übungsleitern, Betreuern und Funktionären nie fehlen wird.



Stand der Chronik: 1996


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